So hörst du dein Vinyl mit einem Raspberry Pi

Vinyl streamen via Raspberry Pi, Google Active Vision & Spotify API / Foto: Screenshot

Damit deine teure Vinyl-Sammlung möglichst unversehrt bleibt, stoplerte ich eines Nachts über diese schöne Raspberry Pi Plattenspieler Variante.

Ich staunte nicht schlecht, als mir Katharina ihre David Bowie Plattensammlung zeigte. Darunter befinden sich Pressungen, die einen so hohen Wert haben, dass allein das Öffnen und Abspielen der Platte den monitären, wie individuellen Wert des Vinyls mindern würde.
„Eine Schallplatte, die man nicht einmal öffnen und abspielen will?“ Als Vinyl-Laie staunte ich nicht schlecht. Sofort grübelte ich, wie man als tech-affiner Freund und Gentleman so ein Problem lösen könnte. Dass sich ein Vinylsammler die Platte einfach noch einmal in einer günstigeren Pressung kauft, wollte ich natürlich nicht durchgehen lassen. Stattdessen stolperte ich eines Nachts über eine Lösung aus Raspberry Pi, Google Cloud Vision und Spotify API.

Zur Verwendung dieses außergewöhnlichen DIY-Record-Players platziert man einfach ein Album auf einem schicken Holzständer vor einer Kamera. Das System erkennt, welches Plattencover gerade vor dem Objektiv steht und beginnt damit es via Spotify abzuspielen. Nimmt man das Album wieder aus dem Ständer, stoppt die Wiedergabe. Natürlich könnte man das Album direkt über Spotify abspielen. Aber das befriedigende Gefühl durch eine Plattensammlung zu stöbern geht bei dieser Lösung jedenfalls nicht verloren.

Das System läuft auf einem Raspberry Pi und nutzt die Google Cloud Vision und Spotif APIs, um seine Magie zu entfalten: Eine Kamera, die mit dem Raspberry Pi verbunden ist, nimmt alle paar Sekunden ein Foto des Holzständers auf. Dann stellt der Pi fest, ob sich ein Plattencover auf dem Ständer befindet. Wenn dies der Fall ist, wird das Foto an Google Cloud Vision gesendet, wo das entsprechende Album vermutet wird. Diese Schätzung wird dann in die Spotify-Suche eingegeben und die engste Übereinstimmung wird abgespielt. Die Praktikabilität des Plattenspielers ist sicherlich umstritten, aber Spaß macht er bestimmt. Ich jedenfalls bin begeistert, Katharinas Begeisterung für diese Lösung hielt sich jedoch in Grenzen.

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About the author

Urbanist, DJ und ethischer Hacker aus Dortmund. Aufgewachsen zwischen Graffiti, schwitzigen Konzerten und haufenweise Instrumentenkabeln. Bjoern liebt das Reisen und das Entdecken von Vergänglichem inmitten von hektischem Großstadttreiben. Auf seinem Blog Last Junkies On Earth dokumentiert er das Treiben seiner Stadt.