Hafenschänke subrosa kehrt Sky den Rücken

Das subrosa in der Gneisenaustraße kehr Sky jetzt den Rücken / Foto: Daniel Zimmel / Flickr / License: CC BY-SA 2.0

Mit donnernden Worten wendet sich Barbesitzer Cornel Alex an Sky und an das gierige System des Profifußballs. Ab Ende August wird es in der Hafenschänke subrosa keine Sky Fußballspielübertragungen mehr geben.

„Ich habe jedenfalls keine Lust mehr, ein vor Gier platzendes System weiter zu füttern und mich selbst ausnehmen zu lassen, damit irgendwelche Bubis, die absolut nichts mit meinem Leben zu tun haben und die nicht für 10Pfennige über den eigenen Tellerrand schauen, mit zwei Lamborghinis durch die Stadt düsen und ansonsten den lieben Gott den berühmten guten Mann sein lassen.“

Mit diesen Worten wettert der bekennende Borusse und Barbesitzer auf der Webseite des subrosa gegen die unmäßige Gier des Fußballs und gegen den Verkauf seiner Rechte. Ein Sky-Abo, welches ihn 932 Euro netto im Monat kostet, sei wirtschaftlich einfach nicht mehr tragbar. Damit zieht er nicht als erster Gastronom den Schlussstrich unter seine mittlerweile 20jährige Tradition des gemeinsamen Fußballguckens in seinem Laden. Und viele werden ihm folgen. 

Damit hat sich die Hafenschänke subrosa gegen eine weitere Spielzeit entschieden und den im August auslaufenden Vertrag mit Sky nicht verlängert. Das Heimspiel des BVB gegen Hertha BSC am 26. August wird das letzte Spiel aus dem Sky-Abo sein, danach wird man nur noch die öffentlich-rechtlichen Liveübertragungen zeigen. Dabei wettert Cornel Alex in seinem Statement auf der Webseite des subrosa nicht nur gegen die horrenden Sky-Preise. Auch das Rauchverbot und Sky-Go Verträge zu Dumping Preisen sowie die Ausdehnung der Anstoßzeiten hält er für klare Ursachen von Gästeschwund bei den Übertragungen. Und den Spaß an dem Sport, den er auch mal geliebt habe, hat ihm „dieses Profi-Showbiz längst genommen. Kann ich nicht mehr, will ich nicht mehr. Es gibt Wichtigeres im Leben.“

Zum Beispiel weiterhin tolle Abendprogramme anzubieten, aus Konzerten, Slams, DJ Veranstaltungen, tolle Atmosphäre, offene Bühne und rent-a-bar Vermietungen. Als Nicht-Fußballfan freue ich mich auf genau diese Abende im subrosa jetzt um so mehr. Ahoi!

Fußball kann man im sub auch gut selber machen – am Kicker / Foto: subrosa

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About the author

Bjoern Hering lebt seit über 30 Jahren in Dortmund, aufgewachsen zwischen Graffiti, schwitzigen Konzerten und haufenweise Instrumentenkabeln. Bjoern liebt das Reisen und das Entdecken von Vergänglichem inmitten von hektischem Großstadttreiben. Auf seinem Blog Last Junkies On Earth dokumentiert er das Treiben seiner Stadt.