Was geht wo in Dortmund an Silvester?

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Foto: Icanteachyouhowtodoit / Flickr / License: CC BY-NC-ND 2.0

Silvester steht mal wieder bevor und wie fast jedes Jahr fragt man sich, ob man groß feiern soll, oder lieber klein, ob man sich das volle Programm gibt oder aber komplett auf den gehypten Jahreswechsel verzichtet.

Ist Silvester nun eher der großartigste Abend des Jahres oder der nervigste? Kann man überhaupt glücklich sein, so allein zu Hause vor dem Rechner oder Fernseher, während alle wild feiern? Oder ist man gerade dann glücklich, weil einem der Stress erspart bleibt, mit Unmengen von mehr oder weniger engen Freunden von Party zu Party zu ziehen weil immer mindestens einer aus der Gruppe noch etwas viel besseres kennt und sofort weiter will? So viele Varianten wir schon ausprobiert haben – ein absolutes Urteil können wir nicht fällen. Die Erwartungshaltung ist jedenfalls noch größer als an Weihnachten (und da endet das Streben nach Friede, Freude und Eierkuchen ja nicht selten auch schon im großen Krach) und deshalb ist es noch immer die klügste Entscheidung, aus dem Bauch heraus zu entscheiden. Klingt unheimlich altklug, trifft den Nagel aber auf den Kopf.

Weil aber die meisten unbedingt „etwas ganz besonders Tolles“ machen wollen, wird oft schon Monate im Voraus geplant, was dann wiederum die Möglichkeiten für die Spontanen minimiert, weil man ohne Reservierung einfach keine Chance hat. Wer schon längst alles minutiös durchgeplant hat: Einen schönen Abend euch. Für alle anderen haben wir versucht einen Überblick zu schaffen, wo was geht, was cool ist und was man tunlichst lassen sollte.

Besser nicht:

Für den Ausblick ins View gehen. Natürlich ist das Panorama von dort oben großartig, aber alles andere ist es nicht. Eine Schicki-Micki-HipHop-House-Charts-Party mit Feuerwerk auf großer Leinwand für 19 (VVK) bzw. 25 Euro? Müsst ihr selbst wissen, wir denken aber, dass es bessere Optionen gibt.

Lohnenswert:

Könnte es im FZW werden – zumindest, wenn man einfach Party machen möchte. Musikalisch bewegt sich der Abend dort auf den 3 Floors ganz unverfänglich zwischen Rock, Alternative, Funk und Soul, obendrein gibt’s draußen im Biergarten den Alkohol-munchies-Klassiker (Currywurst-Pommes) und mit 12 € (plus VVK) hält sich auch der Eintrittspreis im Rahmen.

Winterleuchten, Westfalenpark Dortmund, 2015

Das Winterleuchten im Westfalenpark ist für jeden Grad der (Un-)Nüchternheit ein anregender Anblick. / Foto: LJOE

Hübsch könnte es auch sein, Silvester im Hafen zu feiern. Zwar hat das TYDE geschlossen, dafür wird aber schräg gegenüber auf Herr Walter gefeiert. Und zwar mit Live-Musik von „What Ever Works“, einer Funk-Soul-Band, die sich so anhört. Recht chillig, aber durchaus tanzbar – den krassen Absturz werdet ihr hier aber nicht finden (falls ihr ihn überhaupt sucht). Nicht zuletzt der viele Platz im Hafenbecken garantiert einen hübschen Ausblick auf das Feuerwerk, das sich dann auch noch im Wasser widerspiegelt. Los geht’s da ab 20 Uhr und für 35 €. Ordentlich vorglühen könnt ihr auch im Subrosa, denkt nur daran, dass die Hafenschänke Number One an diesem Abend um 0 Uhr schließen wird.

Ästhetisch nicht minder verheißungsvoll ist ein Silvester im Westfalenpark. Aber nicht nur, weil es dort schön viel Natur und schön viel Musik (House & HipHop-Classics im Daddy Blatzheim, Funk & Soul im Schürmann’s, komplettes Genre-Mashup im Seepavillon) gibt, sondern weil derzeit auch noch das Winterleuchten ist. Es gibt also ziemlich Party plus schönes Drumherum für besinnliche Momente (die sich ja gerne mal einstellen zu Silvester) plus über den halben Park verteiltes Farbspektakel, das sicher auch betrunken – oder was auch immer ihr dann seid – ein Erlebnis ist. Allerdings solltet ihr nicht nach halb zehn dort sein, denn die VVK-Tickets sind schon alle weg und an der Abendkasse liegen nur 200 (für je 20 €) aus. Das Argument, dass der Park zu weit weg liegt, könnt ihr gleich wieder herunterschlucken, es gibt nämlich einen Shuttlebus, der bis morgens um 6 zwischen Buschmühle, Stadthaus und Hbf pendelt. Wer lieber im Innenstadtbereich bleiben und auf Trash, Trash und nochmals Trash feiern will, der sollte ab 0 Uhr mal bei Coco Jambo im alten Weinkeller vorbeischauen. Dort gibt es 90s, Trash und Boygroupswag von Nic Carter bis Britney Bitch. Wer Hip Hop, Trap und Bassmusik bevorzugt, kann ab 23h in der Oma Doris aufschlagen. Dort gibt es ein Fresh Years Eve mit BAUNZ und den Oma Doris Allstars. Techno und House findet ihr übirgens in der Do-Bo Villa, hier nennt sich der Abend passend Big Boom Bang.

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Baunz: Auch an Sylvester gibt es Hip Hop, Trap und Bassmusik in der Oma Doris. / Foto via BAUNZ, Facebook

 

Abtrünnige, die sich in Bochum verirrt haben sollten, schicken wir mit bestem Gewissen in die Goldkante. Dort legen Guy Dermosessian und sein Kalakuta Soul System jede Menge Funk, Boogie und Soul aus allen vier Ecken des Kontinents auf: Yilbasi Tropical ist hier das Motto.

+++ Für alle, die am 2. dann schon wieder in das Nachtleben zurückkehren wollen (und das sind mehr als man denkt), haben wir übrigens auch noch zwei Tipps: Schaut mal im Daddy Blatzheim vorbei um eure guten Vorsätze zu begraben, oder lasst es bei der Neujahrssause im Cosmotopia (aka Großmarktschänke) krachen. HipHop, Soul, Funk, Indie und ein bisschen Elektrozeug werden euch schon wieder auf Touren bringen. +++

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About the author

Nachdem er seinen Job als Sportreporter an den Nagel gehangen hat, hat es Florian Kohl als Freelancer, Denker und Schreiber von Hamburg nach Dortmund verschlagen. Soziale Strömungen, Politik und vor allem gutes Essen liegen dem vormals Hardcore-Reggae-Fundamentalisten sehr am Herzen. Wer ihn heutzutage eher auf Garage-Konzerten antrifft, sollte mal lieb grüßen: You won’t see him raging as long as being treated nicely.