Schlakks, Opek & Razzmatazz veröffentlichen UMA

Im Interview mit LJOE: Schlakks (vorn), Opek (hinten) & Razzmatazz (links) / Foto: LJOE

Es ist nicht nur die früheste Veröffentlichung des Jahres, es ist auch wie zu erwarten war sehr gut: Am 1.1. 2017 erschien UMA von den Dortmundern Schlakks, Opek und Razzmatazz.

Dortmund hat ein Hip Hop Triple: Schlakks & Opek & Razzmatazz. Die drei haben sich gefunden, zuerst ganz pragmatisch, nämlich um zusammen auf Tour zu gehen. Der Dortmunder Rapper Schlakks veröffentlichte Anfang 2016 sein Album Tat und Drang, welches wir hier bei Erscheinen schon abgefeiert haben. Viele Beats zu dem Album stammten von dem Produzenten Opek, der es auf der darauf folgenden Tour vorzog, auf einem echten Drumset zu trommeln. Eine gute Entscheidung, denn das brachte noch einmal eine ganze Schüppe mehr Dynamik in die Show. Ein Live-DJ sollte auch mit an Bord sein und da konnte Schlakks in seinem Rekorder-Umfeld ja in die vollen Greifen. Razzmatazz, mittlerweile fester Bestandteil der Nice-Up Parties in der Großmarktschänke, sowie Haus- und Hofmeister der Ringelbeats-Parties im Rekorder, fand die Zeit für das Touren. So lernten sich alle erst richtig kennen, als es schon auf die Straße ging.

„So eine Tour schweißt zusammen“, erzählen sie den Last Junkies bei einem Kaffee hoch über den Dächern Dortmunds, und nun haben die drei ihre erste gemeinsame Produktion auf den Tisch gelegt: UMA. Ein Vinylprodukt mit zwei ganz wunderbaren Tracks drauf. „Bunte Blätter“, sowie „Kein Mensch kann fliegen“. Dazu gibt es ganz Rap-Klassisch noch einmal die Instrumentals und Acapella-Versionen der beiden Songs sowie „Amian“, einem weiteren Opek-Instrumentaltrack. Einen Bandnamen wollen sie nicht, dazu sind alle drei noch zu sehr Einzelkünstler, finden sie. Sie sind einfach Schlakks & Opek & Razzmatazz.

Die drei veröffentlichen UMA auf 12″ / Foto: LJOE

Welch Zyniker jetzt jedoch eine bunt gemischte Tüte Rapmusik erwartet, der wird zum Glück enttäuscht. Obwohl ein Song von Opek und der andere von Razzmatazz produziert wurde, und obwohl ganze 2 Jahre Zeitversatz (man munkelt, das sei so die Zeitspanne, die Razzmatazz zum Perfektionieren einer seiner Tracks benötigt) dazwischen liegen, klingt UMA unglaublich homogen. Wie aus einer Feder scheint das Soundgerüst, und wie aus der typischen Schlakks-Reisestift-Feder geschrieben sind die Texte:

„Tiefe Augenblicke streifen und packen
dann ist da etwas in der Luft
das ist für keinen zu fassen
und dann Montagmittags mit ´nem schleichendem
schlaffen, tiefen Bauchgefühl zu erwachen“

So isser, der Schlakks. Razzmatazz erklärt sich das so:“ Freddy spricht in Collagen. Ich sehe immer erst eine Kette aus schönen Bildern vor mir.“ Opek findet es gut, weil man beim 3. Hören immer noch was entdecken kann. Und Schlakks? Er lacht. „Beim ersten Hören will ich dein Gefühl ansprechen. Beim zweiten oder vielleicht auch erst beim zehnten Mal wird es dann vielleicht geil, wenn du die Zeile checkst.“ Immer wieder will er dazu auffordern, Oberflächlichkeiten überdenken. Eine Aufforderung, die wir gerade in der jetzigen Zeit mehr denn je nachvollziehen können, denn an Portalen und Zugängen zum Oberflächenverhalten mangelt es uns ja nicht. Schlakks reflektiert, ständig, und lädt ein zu überdenken, wo man eigentlich so steht. Er deckt Ablenkung auf und besinnt zur Fokussierung.
Dabei klingt das alles wie so oft bei ihm wie Texte aus einem Reisebüchlein, welches er ständig bei sich tragen scheint. Mit ihrer Live-Show rücken sie schon lange ab vom klassischen Rap-Gehabe. Schlakks & Opek & Razzmatazz wollen sich auch gar nicht in dieses Hip Hop Ding reindrücken lassen. So anders, so zusammengesetzt und doch sind die drei mittlerweile eins: UMA eben, denn das ist Portugiesisch und bedeutet „Eine“.

Schlakks Opek Razzmatazz: UMA
erschienen auf Tanz auf Ruinen Rec.
limitiert auf 500 Stück

Ein Release-Konzert mit anschließender Aftershowparty im Rekorder findet übrigens am 13. Januar im Black Pigeon statt, eine Videoprämiere gibt es heute (3.1.) um 16 Uhr:
www.facebook.com/schlakks

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About the author

Bjoern Hering lebt seit über 30 Jahren in Dortmund, aufgewachsen zwischen Graffiti, schwitzigen Konzerten und haufenweise Instrumentenkabeln. Bjoern liebt das Reisen und das Entdecken von Vergänglichem inmitten von hektischem Großstadttreiben. Auf seinem Blog Last Junkies On Earth dokumentiert er das Treiben seiner Stadt.