Ein Shazam für Pflanzen: PlantNet

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Nach Tinder die wohl hilfsreichste App für uns unwissende Großstadtmenschen: PlantNet / Foto: Alessandra Mitteldorf

 Wer wie ich einen Tannenbaum nicht von einer Kastanie unterscheiden kann oder wer beim filzigen Alpendost und dem walzenförmigen Zylinderwalch zuerst an Harry Potter statt an Grünpflanzen denkt, für den gibt es nur zwei Wege der Bewusstseinserweiterung: eine geführte Pflanzentour mit Martini durch die geheimen Grünflächen Dortmunds oder PlantNet, eine recht neue App für dein Smartphone.

Wissenschaftler aus vier französischen Forschungsorganisationen einschließlich Cirad, IRA, Inria / IRD und dem Tela Botanica Netzwerk entwickelten PlantNet, im wesentlichen eine Art Shazam für Pflanzen. Die App für Android und iPhone richtet sich an beide Typen von Pflanzenfreunden: Diejenigen, die auf einem Spaziergang oder in ihrem Garten die heimische Natur mal etwas genauer beäugeln wollen und an Menschen, die bereits umfangreiche Kenntnisse über Pflanzenarten besitzen und diese gerne teilen möchten.

Wie funktioniert die App?

Plantnet ist ein stetig wachsendes soziales Netzwerk aus Pflanzenfreunden, die ihre Bilder und Kenntnisse über die heimische Flora in eine Datenbank laden. Mithilfe einer Visualisierungssoftware erkennt das Programm die abfotografierten Blätter, Blüten, Früchte oder Rinden von mehreren Tausend Pflanzenarten, eine komplette Artenliste wird dem Nutzer ebenfalls zur Verfügung gestellt. Tagtäglich wächst die Anzahl der Arten mit der Anzahl der Nutzer. Bisher wurde tatsächlich nur ein kleiner Prozentsatz der heimischen Gewächse erfasst, aber desto mehr Nutzer aus allen Ländern der Erde mitmachen, desto schneller wächst der Bestand in der PlantNet Datenbank. Falls gerade eure Neugier geweckt wurde, dann schaut euch mal in eurem App Store um und startet noch heute. Ich jedenfalls war ganz überrascht, wie wenig ich bisher über die lokale Bepflanzung am Stadt- und Wegesrand wusste. Mein Blick zum Grünstreifen wird sich dank dieser App unweigerlich schärfen.

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About the author

Bjoern Hering lebt seit über 30 Jahren in Dortmund, aufgewachsen zwischen Graffiti, schwitzigen Konzerten und haufenweise Instrumentenkabeln. Bjoern liebt das Reisen und das Entdecken von Vergänglichem inmitten von hektischem Großstadttreiben. Auf seinem Blog Last Junkies On Earth dokumentiert er das Treiben seiner Stadt.