200 Quadratmeter Sound: Monkey Moon Recordings eröffnet in Dortmund

In Dortmund hat vor wenigen Tagen das Monkey Moon Recordings Tonstudio eröffnet und es ist wirklich großartig. Wir haben uns in den neuen Räumen von Menny Leusmann umgeschaut.

„Wichtig war mir von Anfang an ein Studio in dem man sich so wohl fühlt wie in einem Wohnzimmer.“ So beschreibt Menny Leusmann sein neues 200 Quadratmeter Studio-Paradies beim ersten Rundgang. „Viele Studios sind entweder zu dreckig oder viel zu clean. Da hat man ja Angst, irgend etwas anzufassen!“ Auch der Aufnahmeraum vieler Studios ist oftmals nicht so einladend, dass eine Band sich darin während einer längeren Session wohlfühlt und sich dabei nicht ständig auf die Füße tritt.
Im Monkey Moon Recordings im Dortmunder Defdahl wird das nicht so schnell passieren. Ganze einhundert Quadratmeter Aufnahmeraum stehen hier ab sofort zur Verfügung, verziert mit warmen Holz, einladenden Sofas und hübschen Lampen und Teppichen. „Die Deko ist natürlich sehr nett,“ lacht Menny, „aber hinter den Wänden verbirgt sich ein recht ausgeklügeltes System für einen wunderbar warmen und schönen Raumklang.“

Menny Leusmann an seinem liebsten Arbeitsplatz im neuen Monkey Moon Recordings / Foto: LJOE

Vor zehn Monaten sagte ich mir dann: Jetzt oder Nie

Menny Leusmann ist Musiker seit er denken kann, 2009 kam er zu uns nach Dortmund. Durch seine Bands Kill Kim Novak und Macky Messer ist er seitdem in der Stadt und weit darüber hinaus bekannt. Die Idee zum eigenen Tonstudio kam ihm schon vor fünf Jahren: 
„Auf der Suche nach den geeigneten Räumlichkeiten war ich schon 2012“, erzählt er im Gespräch. „Aber erst jetzt habe ich diese Räume hier entdeckt. Nach vielen Besichtigungen und Gesprächen habe ich dann vor zehn Monaten gesagt: Jetzt oder Nie. Und dann habe ich die letzten vier Monate lang mit vielen helfenden Händen Monkey Moon Recordings gebaut.“ 

Bei Produktionen seiner eigenen Bands sowie bei Freunden war Menny Leusmann immer von Anfang bis zum Ende dabei. Die Studiotechnik und der Produktionsablauf waren anziehend für ihn, so stark, dass er sich jetzt entschlossen hat, davon zu leben. In vielen musikalischen Genres ist Leusmann zu Hause, er kann in seinem neuen Studio ganz auf seine Erfahrung bauen. Im Monkey Moon Recordings lassen sich Indie- und Gitarrenproduktionen fahren, der Schlagzeug-Sound wird garantiert fett. Aber auch für Hip-Hop Produktionen hat Menny stets ein offenes Ohr, „am liebsten natürlich mit live eingespielten Instrumentals.“ Überhaupt lädt der großzügige Aufnahmeraum zu Live-Sessions ein, „da klingen die Bands immer noch frischer und man kann den Raum nach Belieben mit Trennwänden modellieren.“ Dazu gibt es die Möglichkeit, mit der Videoproduktionsfirma Das Department direkt vor Ort ein Session Video produzieren zu lassen. So hat die Band sogar direkt ein erstes Musikvideo zur neuen Platte dabei.

Röhren-Outboard und ein richtig feines Analogpult

Analog ist ja schon immer ein Zauberwort in der Studiotechnik gewesen, daher setzt das Monkey Moon Recordings auf Röhren-Outboard Equipment und ein richtig feines Analogpult. „Dass ist im Studio einfach ein Muss, weil man schon im Vorfeld sein Hirn anstrengen muss.“ Wo will ich hin mit der Aufnahme, was ist meine Ausgangsbasis? Menny Leusmann kennt diese Fragen zu gut und er kann sie einfach beantworten: Ein natürlicher, warmer Sound ist die Grundvorraussetzung für eine gute Aufnahme.Dann lehnt er sich zurück und macht seine aktuelle Produktion von Travels & Trunks an. Die Dortmunder Indie-Folk Band klingt, als hätte sie gerade mit Bon Iver in einem traumhaften Studio irgendwo an einem See in Lappland ihre Aufnahmen gemacht. Oder kürzer formuliert: Ganz wunderbar.

Ein 100 Quadratmeter großer Aufnahmeraum bietet viel Platz für Live Sessions und Kreativität. / Foto: LJOE

Die Aufnahmepreise werden moderat bleiben, damit auch kleinere Bands aus dem Ruhrgebiet das Studio nutzen können. Bei Anreise gibt es dazu eine Schlafmöglichkeit in der Stadt. Zeit für eine letzte Frage, bevor wir wieder nach oben an die Oberfläche Dortmunds aufsteigen werden. Warum eigentlich Monkey Moon? Menny antwortet prompt:“ Ich wollte mein Studio mit einem Ort beschreiben. Monkey Moon ist doch irgendwie mystisch, irgendwas mit Mond und mit Affe…das ist doch gut, oder?“ Ich stimme widerstandslos zu. Ist echt gut und ein toller neuer Ort für Kreativität in Dortmund.

Kontakt:
www.facebook.com/monkeymoonrecordings

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About the author

Bjoern Hering lebt seit über 30 Jahren in Dortmund, aufgewachsen zwischen Graffiti, schwitzigen Konzerten und haufenweise Instrumentenkabeln. Bjoern liebt das Reisen und das Entdecken von Vergänglichem inmitten von hektischem Großstadttreiben. Auf seinem Blog Last Junkies On Earth dokumentiert er das Treiben seiner Stadt.