Der LJOE Guide to Tokio


Tokio ist eine der pulsierendsten Metropolen der Welt und für Popkultur-Fans ein absolutes Muss. Doch wo fängt man an, wenn man noch nie in Japan war und einem der Gedanke an vollautomatische Toiletten etwas mulmig macht? Doch wo immer ihr auch ankommt, wie tief ihr auch fallt, denkt: Alles klar, halb so schlimm, die Last Junkies war´n auch schon da:

Anreise
Wenn man euch im Flugzeug frittierte Moräne mit Venusmuschelbrei an Ohrlappenpilz serviert, dann seit ihr wahrscheinlich auf dem richtigen Weg. Jetzt fehlt nur noch ein gültiger Reisepass und mit dem im Flieger ausgefüllten Einreisezettel dürft ihr dann durch die Immigration relativ problemlos ins Land. Beim Buchen habt ihr bestimmt bemerkt, dass Tokio zwei Flughäfen besitzt. Haneda ist nur 20 Minuten von der Innenstadt entfernt und sehr angenehm zu bereisen. Narita ist 80 Kilometer weit draußen und muss mit dem Zug für knapp 30 Euro bereist werden. Die Züge gehen jede halbe Stunde und brauchen 53 Minuten. Tickets gibt´s am Schalter und mit etwas gebrochenem Englisch kommt man dort sehr schnell ans Ziel. 

Wi-Fi, VISA & ATMs
Endlich gelandet, besorgt ihr euch am Flughafen den in Deutschland mindestens 1-2 Tage vor Abreise vorreservierten Wi-Fi Router, denn damit seid ihr immer mit 4G Online, könnt munter eure Selfies von überall in der Stadt aus versenden und erspart euch lästige Registrierungen in oft extrem gedrosselten öffentlichen Netzwerken. Ich kann Ninja-Wifi total empfehlen. Als nächstes braucht ihr bestimmt noch etwas Kohle: Ab zum nächsten Geldautomaten! Meine VISA Karte hat an allen 7/11 ATMs problemlos funktioniert, und die stehen wirklich überall herum. Ready? Dann weiter in die Bahn: Ab HND könnt ihr mit der futuristischen Monorail bis Hamamatsucho in die Stadt düsen. Dort könnt ihr in die grüne JR Yamanote Line wechseln, die ringförmig durch Tokio fährt und euch sicher nach Shibuya oder Shinjuku bringt. Von NRT aus müsst ihr den NEX Narita Express der JR Linie steigen. Der bringt euch ebenfalls zu den Stationen Tokyo, Shibuya und Shinjuku.

U-Bahn Tickets und Erlebnis U-Bahn Stationen
Am Fahrkartenautomaten braucht ihr CASH. VISA ist hier nicht möglich. Da ihr die Bahn bestimmt öfters benutzen werdet, empfehle ich die aufladbare SUICA Card. Ebenso geht die PASMO Card. Die ordert ihr am Automaten (500 Yen) und ladet sie nach belieben direkt auf. Der Automat bietet eine englische Menüführung an. Dann kann es schon fast losgehen, doch hier noch ein LJOE-Tipp:

Besorgt euch die kostenlose Rail Map App fürTokio. Damit habt ihr auch offline einen guten Überblick über die schnell verwirrenden U-Bahn Verbindungen: Ihr solltet nämlich vorher wissen, wo ihr als nächstes Hinwollt: An Bahnhöfen wie Shibuya oder Shinjuku herrscht so ein Gewimmel, dass es euch nicht wirklich möglich sein wird, stehenzubleiben um auf eure Karte zu gucken. Hier heißt es: Go with the Flow! Flow heißt auch entgegen unserer bekannten Gehrichtung, in Japan ist Linksverkehr und das wirkt sich auch auf die Fußwege aus. Ein Auge auf die Schilder, ein Auge nach vorn, den Farben eurer nächsten U-Bahn folgen. Zur Not schreit euch ein unfreundlicher Bahnlotse zurecht und schubst euch zurück in die fließende Masse. Easy!

Der LJOE Essens-Knigge für Tokio
Das Essen in Japan ist toll. Doch wie bekomme ich was und wie verhalte ich mich richtig beim Bezahlen? Auch easy! Man betritt das Restaurant, nickt freundlich, zeigt mit dem Finger die Anzahl der Personen und wird dann an einen Tisch gesetzt. Manchmal wird man auch erst an einen Automaten vor der Tür geschickt, an dem man schon seine Bestellung eintippen und bezahlen kann. Diese sind oft ohne englische Menüführung und können etwas verwirrend sein. Lasst euch einfach helfen, indem ihr verzweifelt dreinguckt und jemandem mit dem Finger zeigt, was ihr gerne essen wollt. Anschließend gibt man der Bedienung nur noch sein gezogenes Ticket.
Das Tollste aber kommt noch: Ihr dürft endlich mal so richtig losschlürfen. Was Mutti euch jahrelang verboten hat, dürft ihr nun exzessiv ausleben. Wer es nicht tut, wird schnell merken, dass er sich mit dem vorsichtigen verzehren der Nudelsuppen nur die Klamotten versaut. Also schnell reingeschlüft, bevor der ganze Kladderadatsch auf eurer coolsten Jacke hängt. Einmal gesättigt, zeigt ihr an, dass ihr bezahlen wollt – manche Tische haben dafür auch einen Knopf. Man bringt euch die Rechnung und wann es euch beliebt, steht ihr auf und zahlt vorne am Counter. Trinkgeld gibt es in Japan meines Wissens nach nicht.

Shinjuku, Shibuya & Harajuku
Die Epizentren, die man sehen will. Shinjuku und dem sich anschließenden Kabukicho bietet euch ALLES, was man sich unter Tokio vorstellen kann. SEGA-Computerspielhallen, Vergnügungsparks, Rotlichtbezirk, fantastisches Street-Food. In Kabukicho solltet ihr doch etwas japanisch sprechen, wenn ihr euch eine Rotlicht-Show oder eine Massage geben wollt. Ebenso wie auf der Reeperbahn werden hier Ausländer gerne zu überteuerten Drinks mit Animierdamen eingeladen. Sehenswert ist dieser Bezirk alle mal. Wer lieber auf Tageslicht seht, sollte einen Spaziergang im Gyoen-Park machen. Nur Montags ist er geschlossen. Shibuya ist ein reines Shopping-Paradies. Hier findet ihr alle Ketten und Filialen, ebenso wie tolle Plattenläden (Union-Disc!), Bars und unzählige Restaurants. Am Abend lohnt sich ein Blick auf dem Love Hotel Hill, der direkt hinter dem großen 109 Kaufhaus anfängt.
Cooler wird es im angrenzenden Harajuku. Dort werden die Straßen gemütlicher und ihr findet eine gigantische Auswahl an Boutiquen, Skateshops und allem, was das Hipster-Herz begehrt. Im ebenfalls angrenzenden Yoyogi-Park geht es immer bunt her und während der Kirschblüte finden sich hier tausende junger Menschen ein, die zusammen Grillen und feiern. Ein absolutes Muss für jeden Tokio-Besuch!

Akihabara
Ein ganzer Stadtteil voller Elektronik, Japan-Trash, Manga und Pornoläden. Ich würde mehr schreiben, aber meine Hände zittern immer noch vor Begeisterung, wenn ich daran zurückdenke. Die volle Dröhnung Tokio. Hier gibt es auch eine ganze Vielzahl an Maid-Cafés, die man mindestens einmal antesten sollte. 

Don Quijote
Kein Tokio Besuch ohne Don Quijote! Diese Filialen findet ihr immer da, wo es grad trubelig wird. Einmal in diese Wunderwelt von Kaufhaus eingetaucht, solltet ihr durch wirklich alle Gänge mindestens einmal streifen. Don Quijote hat nämlich alles. Und wenn ich sage alles, dann meine ich auch ALLES. Trockenobst, Massage-Klositze, Knicklichter, Spülmaschinen und Mixer, Vibratoren, Scheiße am Stiel, Bieraufschäumer, oder eine Tüte Schleim: Wer einen Koffer sucht, der geht zu Don Quijote. Wer eine Lava-Lampe mit Quallen drin sucht, der geht zu Don Quijote. Langsam versteht ihr, was ich meine, oder? Schön fand ich auch die Brille mit 90 Grad Knick, damit man im Liegen lesen kann.

Special-Tipp
Sehr schön für einen Ausflug an einem sonnigen Tag fand ich einen Spaziergang bis nach Hamarikyu Gardens. Der Gang durch die futuristischen Bauten bis zum Garten ist beeidruckend, der Garten um so schöner und entspannender. Am Kanal sitzend könnt ihr lunchen und auf die Tokyo Towers blicken. 

Die Last Junkies wünschen euch viel Spaß in Tokio.
Alle Fotos: Bjoern Hering LJOE. Alle Rechte vorbehalten.

Checkt auch meinen LJOE Guide to Lissabon aus.
Einen Artikel über´s Alleinreisen findet ihr hier.

 

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About the author

Urbanist, DJ und ethischer Hacker aus Dortmund. Aufgewachsen zwischen Graffiti, schwitzigen Konzerten und haufenweise Instrumentenkabeln. Bjoern liebt das Reisen und das Entdecken von Vergänglichem inmitten von hektischem Großstadttreiben. Auf seinem Blog Last Junkies On Earth dokumentiert er das Treiben seiner Stadt.

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