Halb Mensch, halb Maschine: Warum Claus Kleber wirklich schief sitzt

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Kapitän Kleber, wie wir ihn kennen. Foto: ZDF.de


Gehört ihr auch zu den 3,6 Millionen Deutschen, die jeden Abend mitzittern, wenn das heute journal beginnt? Und ganz enttäuscht wieder abschalten, wenn er diesen Abend nicht moderiert? 


Ich jedenfalls gehöre definitiv dazu. Und ich bin nicht alleine. Wen wundert es denn auch, bei einem Mann, dessen Biographie auf der Internetpräsenz des ZDF mit den Worten beginnt: „Der ‚erste Moderator’ ist beim ZDF heute journal gelandet, weil er als Pilot gescheitert war.“ Und ohne Witz: Ich denke jeder von uns würde es Claus Kleber ohne eine Spur von Ironie abnehmen, wenn er ab morgen das heute journal in einem maßgeschneiderten Kapitänsanzug der Lufthansa moderieren würde. Kleber ist und bleibt nun mal ein prall gefüllter Koffer voller Souveränität. Folgt man allabendlich seinen rasierklingenscharfen Rumbasätzen kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass kolonialer Aviatorencharme und eiskaltes Kalkül statt Konfetti in seinen Adern zirkuliert. Wer ist dieser Mann, halb Mensch, halb Maschine? 

 Kleber, mit Wurst in der Hand und Senf am Ärmel, mittendrin in einer feucht-fröhlichen Polonäse – undenkbar! So wie wir ihm blind das Steuern von Luftschiffen quer über den Atlantik zutrauen würden, so könnte Dr. Kleber auch gern auf den Weltmeeren als souveräner Steuermann beheimatet sein. Die größten Luxusliner wären gerade Schiff genug für diesen Kompetenzmagneten. So wird jede öde Mittagspause plötzlich zum funkelnden Captains Dinner, wenn Kapitän Kleber die Kantine des ZDF betritt.

Der Mythos Kleber besitzt nun mal den imperialistischen Charme eines germanischen James Bond, ein Mann, der bestimmt nicht nach moderner Kuschelpädagogik unterrichten würde. Ein Hauch von Aftershave strömt durch die Wohnzimmer der Republik, wenn der Anchorman seine allabendliche Bühne betritt, und Frauen- wie Männerherzen beginnen gleichsam im Rhythmus seiner Meldungen zu schlagen.
 In einschlägigen Internetforen diskutieren emsige Mitbürger über seine „schiefe“ Körperhaltung, wie zum Beispiel diese Dame mit dem wunderschönen Synonym Tee. Tee fragt besorgt: „Was hat es eigentlich mit dem linken Auge von Claus Kleber auf sich?“ Die stets gut informierte Bloggergemeinschaft antwortet prompt: „Ich denke der gute Mann hatte einen Schlaganfall und daher eine ‚verrutschte’ Gesichtshälfte. Deshalb sitzt er immer schief, damit sein Gesicht horizontal wirkt.“ Claus Kleber, ein Mann, geschlagen mit der Last krankhaftem Suchens nach perfekter Symmetrie. Was muss nur in einer Person vorgehen, die absichtlich schief sitzt, damit ihr Gesicht horizontal wirkt?
 Es müssen Höllenqualen sein für einen Perfektionisten vom Schlage Klebers. Nach zahlreichen Anfragen lüftete der sexiest man of ZDF selbst das Geheimnis: Schuld ist der Tisch des Fernsehstudios, welcher eine irgendwie komische Höhe hat und ihn zu dieser eifrig diskutierten Haltung veranlasse. Souverän gelöst, Herr Kleber!

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About the author

Bjoern Hering lebt seit über 30 Jahren in Dortmund, aufgewachsen zwischen Graffiti, schwitzigen Konzerten und haufenweise Instrumentenkabeln. Bjoern liebt das Reisen und das Entdecken von Vergänglichem inmitten von hektischem Großstadttreiben. Auf seinem Blog Last Junkies On Earth dokumentiert er das Treiben seiner Stadt.

4 comments on “Halb Mensch, halb Maschine: Warum Claus Kleber wirklich schief sitzt”

  1. Manuel Meurer

    Sehr schön geschrieben! Kenne Herrn Kleber aufgrund Nichtvorhandenseins eines Fernsehers nicht, werde ihn mir aber wohl mal anschauen müssen, diesen Kompetenzmagneten. 🙂

  2. Herr Henrik

    Wenn Claus Kleber spazieren geht, wechselt Ron Burgundy die Straßenseite.

  3. LastJunkiesOnEarth

    Wir denken, der gute alte Chuck Norris Witz hat langsam aber sicher ausgedient und wird ernsthafte Konkurrenz bekommen. Wir danken Herrn Henrik für diese großartige Anregung!

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