Ernesto Chahoud kommt Freitag zurück in den Pott

Diesen Freitag kommt „All-Nighter“ Chahoud aus Beirut ins Prinzregenttheater in Bochum. / Foto: Veranstalter

Kalakuta Soul aus Bochum holen Ernesto Chahoud erneut zurück in den Pott: Nach seiner nunmehr zweiten wilden Nacht vor knapp drei Wochen im Dortmunder Rekorder macht der Mann, der laut ARTE eine der „besten Parties der Welt“ veranstaltet, am Freitag Station im Bochumer Prinzregentheater.

Ernesto Chahoud und Jannis Stürtz alias Habibi Funk sind zweifelsohne die renommiertesten Sammler kaum existierender Schallplatten aus dem großen arabischen Raum zwischen Marokko und dem Irak.

Mit seinem einzigartigen Schallplattenladen „Darsko“ und den Partyreihen des „Beirut Groove Collectives“ hat Ernesto Chahoud das Nachtleben der libanesischen Hauptstadt in den vergangenen zehn Jahren komplett revolutioniert und auf die internationale Landkarte platziert. In langen Nächten im Sinne britischer „All-Nighter“ etablierte Chahoud eine pulsierende Szene im Untergrund der vibrierenden Stadt, die obskure libanesische Musik der vergangenen 40 Jahren neben Raritäten des Genres „Northern Soul“ und für viele inexistente psychedelische Musik aus Äthiopien.

Ernesto Chahoud / Foto: Veranstalter

Mit seinem Label Jakarta Records, betreibt Jannis Stürtz das europaweit angesehenste Rap und HipHop-Label. Auf der Suche nach neuem Material für Veröffentlichungen bereiste er alle Länder Nordafrikas mit arabischer Tradition. Monatelange Recherchereisen führten ihn von Rabat, über Tunis, Kairo und Khartoum. Dort grub er teilweise aus privaten Kellern vergessene, seltene oder auch verbotene Veröffentlichungen vieler Avantgarde-Musiker aus der progressiven und pulsierenden Ära in Musik, Film un Theater – 50er – 70er – des Nordafrikanischen Raumes.
Mit seinem neugegründeten und sehr populären Label „Habib Funk“ veröffentlicht er verbotene und vergessene Werke inspirierender Musiker – Carthago, Ahmed Malek, Fadoul, Ferkat Al Ard – aus dem nordafrikanischen Raum. Diese bekommt er teilweise von den Familien oder Enkelkinder der Musiker, die den Wunsch der verstorbenen oder im Exil lebenden Künstler*innen erfüllen und dafür sorgen möchten, dass die bislang versteckt gebliebenen Bänder das Tageslicht erblicken.

Zusammen legen Ernesto Chahoud und Jannis „Habibi Funk“ Stürtz Musik auf, die ihre Wurzeln im arabischen Raum haben, jedoch von Bewegungen zwischen dem ostasiatischen, dem westafrikanischen, europäischen, dem Süd- sowie Nordamerikanischen Raum beeinflusst wurden. Ihre Schallplattensammlung bildet einen unfassbaren – museumsreifen – kulturellen Schatz, der verschiedene politische, popkulturelle, soziale sowie ästhetische Bewegungen des großen arabischen Raumes aufzeigt. Wer bereits in den Genuss einer ihrer Abende kam, weiß, diese Abende sind lang und getanzt wird, bis die letzte Platte gespielt wurde. Unterstützung bekommen die zwei internationalen Gäste von Zé Bebelo und Guy Dermosessian des Bochumer Kalakuta Soul Kollektivs.

FR. 24.03.2017, 23.00

KALAKUTA SOUL pres.
ZE BEBELO, ERNESTO CHAHOUD & HABIBI FUNK
PRINZREGENTTHEATER, Bochum
Eintritt: 5€

Auf unserer Facebook-Seite verlosen wir diese Woche 1×2 Gästelistenplätze für den Abend.

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About the author

Bjoern Hering lebt seit über 30 Jahren in Dortmund, aufgewachsen zwischen Graffiti, schwitzigen Konzerten und haufenweise Instrumentenkabeln. Bjoern liebt das Reisen und das Entdecken von Vergänglichem inmitten von hektischem Großstadttreiben. Auf seinem Blog Last Junkies On Earth dokumentiert er das Treiben seiner Stadt.