Dortmund, das war KILLER!

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Da beschlug sogar unsere iPhone-Linse: Schlakks beim Diven im dampfenden Rekorder.

Dortmund kann, das haben gestern einmal mehr die heimischen Künstler, Clubs und Venues bewiesen. Mit der Absage des Juicy Beats Festivals am Samstag wegen einer Unwetterwarnung gaben sich viele Dortmunder DJs und Liveacts nicht zufrieden: Mit der Unterstützung von Bekannten und Freunden, Clubbesitzern und Veranstaltern stellten sie binnen weniger Stunden zahlreiche selbstorganisierte Ersatzveranstaltungen auf die Beine.

Da wurden ganze Dancefloors und Konzerte einfach in die Dortmunder Clublandschaft verlegt. Und so wurde die 20ste Ausgabe des Juicy Beats für alle Besucher zu einem spontanen Club-Hopping durch die Stadt, welches garantiert positiv haften bleiben wird. Der Drum´n`Bass, Dubstep und Bassmusik-Floor zog sich in den Rumpf des Partyschiffs Herr Walter zurück, Der Housemusic Floor war mit Szenegrößen wie Ingo Sänger und Paskal & Urban Absolutes schon ab 18 Uhr in der Oma Doris anzutreffen, Max Gyver trommelte alle zu Bring your own Beats in den Leeds Pub zusammen, der Electrohouse Floor der Honigmelone zog spontan in die Suite 023. Dazu stellte das Tyde den Juicy Beats Rescue Floor und im Chill´r in der Innenstadt gab es ein Warm-Up mit den Künstlern des Dancehall, Reggae, Soca & Hip Hop Floors, bevor sie in der Nacht weiter in die Temple Bar nach Essen zogen, während der Mad Club schon ab 15 Uhr seine Türen für alle öffnete. Der Dortmunder Rapper Schlakks verlegte sein Konzert in den Rekorder, dessen Veranstaltungsraum nach nur wenigen Facebook-Aufrufen kurze Zeit später bei bester Atmosphäre und schweißgetränkten T-Shirts aus allen Nähten platzte.
Alle diese Veranstaltungen waren nur mit der Unterstützung engagierter Helfer möglich, oft mit heißer Nadel gestrickt und gerade deswegen von ihrer Atmosphäre so einzigartig. Dortmund ist und bleibt working class: Das wurde an diesem Abend im Positiven bewiesen. Anpacken, umorganisieren, weiterfeiern. Die Juicy Beats Leitung begrüßte die Aktionen ausdrücklich, zog es aber vor, die Ankündigungen zu den Veranstaltungen den sozialen Netzwerken sowie unserem Blog zu überlassen. Trotz der Enttäuschung über die Absage des Elektronikfestivals bleibt so eine angenehme Erinnerung bei allen Besuchern zurück. Eine großartige Leistung und ein Abend, der noch lange nachhallen wird. Oder, wie es Schlakks heute auf Facebook sagte:“Der schöne Punkt an der blöden Geschichte: Dortmund funktioniert DIY. Auf Abruf.“

 

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Command Strange aus St. Petersburg – nicht im Westfalenpark, dafür auf Herr Walter. / Foto: Promo via DJ Dash

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About the author

Bjoern Hering lebt seit über 30 Jahren in Dortmund, aufgewachsen zwischen Graffiti, schwitzigen Konzerten und haufenweise Instrumentenkabeln. Bjoern liebt das Reisen und das Entdecken von Vergänglichem inmitten von hektischem Großstadttreiben. Auf seinem Blog Last Junkies On Earth dokumentiert er das Treiben seiner Stadt.

2 comments on “Dortmund, das war KILLER!”

  1. Pingback: Liveticker: Juicy Beats Künstler verlegen diverse Floors in die Dortmunder Clubs

  2. Leif Brodherr

    Schade das in euren Berichten zur Juicy Beats Absage mal das Daddy Blatzheim komplett ignoriert wurde..
    Haben aber trotzdem nen Ultraherben Abend gehabt…

    In diesem Sinne
    Viele Grüße aus dem Westfalenpark!

    Gruß
    DADDY

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