Das Beste kommt zum Schluss: Die Allah-Las schließen das 2. Way Back When

Die Allah-Las / Foto: Allah-Las

Nachdenklich und sanft wie ihre Musik: Die Allah-Las / Foto: Allah-Las

Ein ausverkaufter Samstag, Bands und Besucher von überall her – das Dortmunder Indie-Festival Way Back When war bei seiner erst 2. Auflage ein eindrucksvoller Erfolg. Und auch der Abschluss hatte es noch mal in sich, als die Allah-Las aus L.A. auftraten.

Dass die Kalifornier, die eine enge Freundschaft zu der aus Costa Mesa stammenden Beachgoth-Band The Growlers pflegen, so problemlos den großen Saal des FZW füllten, mag dem Festival geschuldet sein. Dass sie ihn aber auch in Bewegung brachten, war ihr eigener Verdienst. Teilweise sang das Publikum grüppchenweise sogar die Texte mit und konnte die Band selbst zu einer für Festivals eher unüblichen Zugabe überzeugen.

Wir fragten uns, wie eine Band, die erst 2012 ihr Debütalbum und im Herbst 2014 ihre zweite Platte veröffentlichte, so schnell so erfolgreich sein und gleichzeitig so bodenständig wirken kann. Deshalb wollten wir uns die Jungs nach dem Abbau noch schnell für ein Interview schnappen. Das war gar nicht so einfach, denn die Festival-Security interpretierte ihren Job übermäßig penibel, sodass auch Presseausweise uns nicht davor schützten, den Saal verlassen zu müssen. Über Umwege gelangten wir dann aber doch noch in den Vorraum des Backstage-Bereichs, wo sich Frontmann Miles Michaud und Bassist Spencer Dunham bereitwillig unseren Fragen stellten. Obwohl die Band dem sofort herbeieilenden Aufpasser versicherte, uns Backstage haben zu wollen, ließ der Gorilla es sich nicht nehmen, uns mitsamt den Bandmitgliedern drei Schritte weiter auf die andere Seite einer Türschwelle zu beordern. Ein kurzes, vergnügliches Gespräch konnte er damit aber trotzdem nicht verhindern.

Überrascht vom eigenen Erfolg

Die beiden Endzwanziger, die mit ihrer 2008 gegründeten Band in den letzten drei Jahren mehrfach auch schon in Deutschland tourten, wirkten gelöst und gut gelaunt. „Wir sind über diesen Erfolg ehrlich gesagt mindestens genauso überrascht wie ihr“, antwortete Miles auf die Frage, die uns so unter den Fingernägeln brannte, und sein Bassist Spencer assistierte mit einem Augenzwinkern: „Das Geheimrezept ist: Zwei richtig gute Alben machen und viel touren.“ Vermutlich haben die Allah-Las einfach das Glück gehabt, genau zur richtigen Zeit genau den richtigen Sound zu machen – und das ist ja etwas, was man kaum planen kann, deshalb kommen die Jungs sich gerade auch wohl wie in einem Traum vor. Miles erinnert sich noch gut an die Anfänge, die gerade auch erst drei, vier Jahre zurückliegen: „Anfangs tourten wir durch Südamerika, wo man wegen der schwachen Währung nie weiß, was wirklich dabei herumkommt. Erst als unser Debütalbum fertig war, kamen wir nach Europa und sind seitdem eigentlich regelmäßig hier. Uns gefällt es hier nämlich ziemlich gut.“ Ein neues Album ist bereits geplant und in Teilen auch schon produziert: „Das wird wieder etwas anders werden“, orakelt Miles. „Es wird total Allah-Las sein, aber trotzdem ein neuer Sound.“

Die Allah-Las beim 2. Dortmunder Way Back When Festival

Die Allah-Las beim 2. Dortmunder Way Back When Festival / Foto: Jessica Pahl

Und während sie so losgelöst plauderten, holte der Arbeitsalltag sie wieder ein: Der Tourmanager rief zur Abfahrt, schließlich sollten sie noch ein wenig Schlaf bekommen, wenn sie am nächsten Abend auch in Dresden ihr Publikum begeistern wollten. Für eine letzte Frage ist jedoch noch immer Zeit, deswegen wollten wir von ihnen noch wissen, was es mit ihrem Namen auf sich hat, der ja doch zu religiösen Assoziationen anregt. Miles lächelte: „Das werden wir immer gefragt. Dabei haben wir den Namen damals einfach nur ausgewählt, weil er sich wie eine Melodie anhört und wir das schön fanden. Da dachten wir noch gar nicht daran, dass man Teile des Namens herausziehen könnte, um daraus seine Schlüsse zu ziehen. Mittlerweile ist uns das natürlich klar und zum Beispiel auf Youtube werden wir auch regelmäßig ziemlich heftig angefeindet – mal von Muslimen, die meinen, wir würden den Namen ihres Gottes missbrauchen, mal von Andersgläubigen, die denken wir seien Muslime. Aber das gehört eben heute dazu, so ist die Welt und die Gesellschaft des Internets. Damit müssen wir leben.“ Und wer die so unbekümmerten und doch besonnenen Musiker so reden hört, der hat auch keinen Zweifel daran, dass sie entspannt genug sind, um das zu können.

 

Autoren: Florian Kohl, JPizzle, Cotton Crown.

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