A night with Bird Berlin: Der späte Vogel fängt den Wurm!

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Sonntag, 10 Uhr morgens. Wir erwachen in einem mit Eichenholz ausgeschlagenem Frühstücksraum eines Aschaffenburger Hotels. Es macht den Eindruck, als verdrücke man sein Brötchen mitten in einem bayrischen Wohnzimmerschrank. Mit dabei sind Linda von Stuntcat und Bird Berlin, und wir schmunzeln über die Anzahl der Liköre, die wir gestern Abend zusammen genießen durften.

Bird Berlin, das ist Bernd Pflaum, ehemaliger Sänger von The Audience und Betreiber des Plattenlabels Avantpop. Als Bird Berlin verwandelt sich seine hühnenhafte Gestalt mehrmals im Jahr in ein brusthaariges Wesen, welches man eher im Nachtleben der Lower East Side vermuten würde als denn ausgerechnet im bayrischen Nürnberg. Bernd Pflaum hat auf seinen Shows schon vieles erlebt, denn er polarisiert. Entweder man liebt Bird Berlin, oder man geht besser gleich. Letzte Nacht haben sie ihn mal wieder geliebt. Ihn, das Vögelchen in winziger Spandexhose, die Masse seines nackten Oberkörpers extatisch schwingend. Ein Herz hatte er sich in die Brusthaare rasiert und sein Körper war überzogen mit Filzstiftbotschaften. Sein einziges Ziel bei jedem seiner äußerst schrägen Auftritte: Die Verkündung von kosmischer Liebe und Disco. Seine Stücke heißen „Dein wildes Haar“, „Doktor“ oder „Baum“, und die dazugehörige Performance rückt ihn ganz nach oben ins Lager der aktuellen Dada-Bewegung, in dem auch das Hamburger Künstlersammelsurium HGich.T sein Platzdeckchen ausgebreitet hat. Die Stimmung schreit nach Flatulenz, Exkrementen und Erbrochenem, doch das Discomännchen aus Bayern hat besseres im Sinn: seine Masse, seine gute Laune und die skurrile Darbietung reichen völlig, um zu begeistern und zu verstören. Dieser Künstler hat einen geschärften Sinn für kurzatmiges und äußerst witziges Entertainment und dafür liebt ihn das Publikum an Abenden wie diesem. Die Zugabe darf sich der Zuschauer dann auch gleich selbst geben: Bird Berlin lässt das Publikum lustvoll Hüften kreisen und im Takt stöhnen. Dazu verbreitet er immer wieder seine wichtigste Botschaft: Disco, Disco!


Bird Berlin auf Facebook: 

http://www.facebook.com/birdberlin

 
 
 

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About the author

Bjoern Hering lebt seit über 30 Jahren in Dortmund, aufgewachsen zwischen Graffiti, schwitzigen Konzerten und haufenweise Instrumentenkabeln. Bjoern liebt das Reisen und das Entdecken von Vergänglichem inmitten von hektischem Großstadttreiben. Auf seinem Blog Last Junkies On Earth dokumentiert er das Treiben seiner Stadt.

4 comments on “A night with Bird Berlin: Der späte Vogel fängt den Wurm!”

  1. Micah Carlson

    Berlin Bird is amazing, the music is beautiful, and thank you google „instant“ translator for allowing to read such a wonderful piece. It is nice to see the need and the relevance of there being a resurgence of absurd:

    ¡neuedadamovimiento!…

    Marcel Duchamp would be proud.

  2. Pingback: Crowdfunding für neues Musikvideo von Bird Berlin - Last Junkies On Earth

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